Weltwasser

WEltwassertag: Mikrochemie im Abwasser

"Spurenstoffe" wie Arzneimittelrückstände gelangen auch ins Trinkwasser - zu viel Abwasser fließt ungeklärt ab - zu wenig Ablaufwasser wird wiederverwendet

Am 22. März ist Weltwassertag.

Abwasser, bzw. wastewater, ist das diesjährige Motto.

Nach einem von den Vereinten Nationen formulierten Ziel zur Agenda 2020 für nachhaltige Entwicklung soll Abwasser nicht mehr nur entsorgt, sondern als Ressource verstanden und genutzt werden.


Da gibt es auch in Mitteleuropa noch viel zu lernen: Zwar wird Abwasser in unseren Breiten mechanisch-biologisch auf hohem Standard gereinigt. Was die Wertschätzung und weitere Verwendung des Ablaufs der Kläranlage betrifft, sei sie zentral oder dezentral, mangelt es aber weithin an Ideen. Wir stellen zwei Möglichkeiten vor.

I. Wiederverwendung des gereinigten Abwassers

Die Nutzung der ablaufenden Ressource findet noch zu selten ihren Platz in den Wasserplanungen. Dabei ist dieses Wasser perfekt einzusetzen:

  • Zur Bewässerung von Parkanlagen: So kann Frischwasser eingespart werden.
  • Zur Bewässerung schnellwachsender Gehölze. Sie nutzen die enthaltenen Restnährstoffe effektiv zur Biomasseproduktion.
  • Zur Klimatisierung. So dient beispielsweise der Ablauf aus kombinierten Dachkläranlagen zur Begrünung und spart durch Verdunstungskühle gleichzeitig Energie.
  • Zur Trennung von Teilströmen. Durch Stoffstromtrennung gewonnene Teilströme wie Gelb- und Grauwasser können gezielter aufbereitet und somit in vielerlei Hinsicht effektiv genutzt werden.

II. Elimination von Spurenstoffen

Wasserwirtschaft vs Medizin

Rückstände und Abbauprodukte aus dem massenhaften Einsatz von Medikamenten bei Mensch und Tier gelangen in Oberflächengewässer und auch in das Grundwasser.

Auf einem Symposium des HLNUG vergangene Woche in Frankfurt wurde deutlich, dass Wirkstoffe wie Diclofenac (ein Schmerzmittel), Valsartansäure (zur Behandlung von Bluthochdruck), Oxipurinol (von Gicht) oder Garbapentin (von Epilepsie) und diverse andere Arzneimittel häufig oberhalb des Schwellenwertes nachgewiesen werden.


Das Problem ist bekannt. Gestern fand in Berlin ein weiterer Workshop mit Teilnehmern aus Politik, Wasserwirtschaft, Pharmazie und Medizin statt. Aus der Veranstaltung soll ein Policy Paper hervorgehen. Die Experten der Wasserwirtschaft müssen aufzeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Der „schwarze Peter“ lässt sich dabei nicht einfach dem Verbraucher bzw. Patient zuschieben. Nach dem Verursacherprinzip sind die Hersteller in der Pflicht, in diesem Fall die Pharmaindustrie. So ließe sich beispielsweise über kleinere Verpackungseinheiten einem übermäßigen Ver- bzw. Missbrauch gegensteuern. Ebenso könnten verordnende Ärzte verstärkt alternativmedizinische Methoden anbieten. Diese kommen oft mit für Mensch und Umwelt verträglicheren Wirkstoffen oder gänzlich ohne medikamentöse Intervention zum Ziel.

Der internationale Weltwassertag geht zurück auf eine Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung und wurde erstmals am 22. März 1993 begangen.

Entdecken Sie die Möglichkeiten der ökologischen Wasserwirtschaft auf unserer Homepage.


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